Dr. William H. „Bill“ Foege, eine Schlüsselfigur im globalen öffentlichen Gesundheitswesen, verstarb am 24. Januar im Alter von 89 Jahren in seinem Haus in Atlanta. Auch wenn sein Name vielleicht nicht so bekannt ist wie andere, hat seine Arbeit die Art und Weise, wie die Welt an die Bekämpfung von Infektionskrankheiten herangeht, grundlegend verändert. Foege ist vor allem für seine zentrale Rolle bei der Ausrottung der Pocken bekannt, eine Leistung, die als einer der größten Triumphe in der Geschichte der Medizin gilt.
Von Nigeria zu globaler Wirkung
Foeges Reise begann im Jahr 1966, als er als junger CDC-Epidemiologe in Nigeria eine Impfstrategie entwickelte, die letztendlich die Pocken besiegen sollte. Dieser Erfolg war nicht nur eine technische Errungenschaft; Es war ein Beweis dafür, dass gezielte, datengesteuerte Ansätze selbst die tiefsten Gesundheitskrisen überwinden können. Pocken plagten die Menschheit seit Jahrtausenden und töteten allein im 20. Jahrhundert schätzungsweise 300 bis 500 Millionen Menschen. Die Ausrottung der Krankheit ist eine deutliche Erinnerung daran, dass globale Zusammenarbeit und wissenschaftliche Genauigkeit zu außergewöhnlichen Ergebnissen führen können.
Ein Anführer beim CDC und darüber hinaus
Foeges Führung reichte weit über die Pocken hinaus. Von 1977 bis 1983 war er Direktor des CDC und leitete die Behörde durch die frühen Stadien der AIDS-Epidemie. Entscheidend war, dass er den Schwerpunkt des CDC über übertragbare Krankheiten hinaus auf die Prävention nicht übertragbarer Krankheiten, die Umweltgesundheit und die Verletzungskontrolle erweiterte. Diese erweiterte Vision legte den Grundstein für den umfassenden Ansatz des modernen CDC zur öffentlichen Gesundheit.
Nach seiner Amtszeit beim CDC beeinflusste Foege weiterhin die globale Gesundheit durch Führungspositionen an der Rollins School of Public Health der Emory University, dem Carter Center und schließlich der Bill & Melinda Gates Foundation. Er war maßgeblich an der Gründung der Task Force for Child Survival beteiligt, einer Koalition großer internationaler Organisationen, die sich für die Verbesserung der Impfraten bei Kindern einsetzt. Seine spätere Arbeit mit dem Carter Center und der Gates Foundation festigte sein Vermächtnis weiter: Er war Pionier der „Pharmakophilanthropie“ und überzeugte Merck, sein antiparasitäres Medikament Mectizan® zur Bekämpfung der Flussblindheit in Afrika zu spenden, was zu Spenden für lebenswichtige Medikamente in Milliardenhöhe führte.
Ein Vermächtnis unsichtbarer Wirkung
Foeges Ansatz zur öffentlichen Gesundheit wurde oft unterschätzt. Im Gegensatz zur unmittelbaren Befriedigung der Notfallmedizin arbeitete er an Problemen, bei denen die Auswirkungen verzögert und oft unsichtbar waren. Wie er einmal einem jungen Medizinstudenten erklärte, erhalten Fachkräfte im öffentlichen Gesundheitswesen oft keine direkte Dankbarkeit für ihre Bemühungen. Stattdessen müssen sie zufrieden sein mit dem Wissen, dass sie die Gesundheit von potenziell Millionen Menschen geschützt haben, auch wenn diese Menschen nie erfahren, dass ihre Arbeit existiert.
Dieses stille Engagement wurde 2012 mit der Presidential Medal of Freedom gewürdigt. Obwohl er nie einen Nobelpreis erhielt – eine Tatsache, die einige bedauern –, hat sich sein Vermächtnis in die Gesundheit von Milliarden Menschen auf der ganzen Welt eingeprägt. Foeges Leben war ein Beweis für die Kraft unsichtbarer Arbeit, rigoroser Wissenschaft und unerschütterlichem Engagement für das globale Wohlergehen. Sein Tod markiert den Verlust nicht nur eines Wissenschaftlers, sondern eines wahren Architekten der modernen öffentlichen Gesundheit.


























