Natürliche Aromen: Was das Etikett nicht verrät

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Natürliche Aromen sind ein Grundbestandteil verarbeiteter Lebensmittel, ihre wahre Zusammensetzung bleibt den Verbrauchern jedoch weitgehend verborgen. Obwohl es als gesündere Alternative vermarktet wird, ist die Realität oft weitaus komplexer. In diesem Artikel wird erklärt, was natürliche Aromen wirklich sind, warum sie wichtig sind und wie man fundierte Entscheidungen trifft.

Was sind natürliche Aromen?

Natürliche Aromen werden aus pflanzlichen oder tierischen Quellen – Früchten, Gewürzen, Milchprodukten und sogar Meeresfrüchten – gewonnen und Lebensmitteln zugesetzt, um den Geschmack zu verbessern. Sie sind die vierthäufigste Zutat auf Lebensmitteletiketten, bieten aber über die Verbesserung der Schmackhaftigkeit hinaus keinen Nährwert. Die entscheidende Frage ist nicht, ob sie an sich „gut“ oder „schlecht“ sind, sondern wie sie hergestellt werden und was sonst noch in ihnen steckt.

Die verborgene Wahrheit hinter „Natural“

Der Begriff „natürlicher Geschmack“ ist erschreckend weit gefasst. Bis zu 90 % eines natürlichen Aromas können aus synthetischen Zusatzstoffen wie Lösungsmitteln, Konservierungsmitteln und Emulgatoren bestehen. Das bedeutet, dass ein Produkt mit der Bezeichnung „natürliche Aromen“ bis zu 100 künstliche Chemikalien enthalten kann, wodurch die Grenze zwischen natürlichen und künstlichen Aromen verwischt wird.

Das ist nicht unbedingt gefährlich, aber täuscht. Hersteller verwenden häufig „natürliche Aromen“ als Marketinginstrument, um gesundheitliche Vorteile anzudeuten, obwohl diese gar nicht vorhanden sind. Fruchtgetränke mit „natürlichem Geschmack“ haben häufig einen höheren Zuckergehalt als solche ohne Kennzeichnung. Die FDA hat keine offizielle Definition von „natürlich“, was bedeutet, dass Aromen aus gentechnisch veränderten (GVO) Pflanzen legal als solche gekennzeichnet werden können.

Biologisch vs. natürlich: Eine entscheidende Unterscheidung

Einen leichten Vorteil bieten zertifizierte Bio-Lebensmittel. Für natürliche Aromen in Bio-Produkten gelten strengere Regeln, bei deren Herstellung synthetische Chemikalien ausgeschlossen sind. Wenn der Verzicht auf künstliche Zusatzstoffe Priorität hat, ist die Entscheidung für Bio-Varianten die sicherere Wahl.

Warum Transparenz wichtig ist

Die größte Sorge sind nicht die Aromen selbst, sondern die mangelnde Transparenz. Unternehmen sind nicht verpflichtet, jede Zutat eines „natürlichen Geschmacks“ aufzulisten, was die Verbraucher im Unklaren lässt. Dies ist besonders problematisch für Personen mit seltenen Allergien oder strengen Ernährungseinschränkungen (vegan, vegetarisch usw.), da tierische Inhaltsstoffe ohne Offenlegung enthalten sein können.

Wie sieht es mit der Sicherheit aus?

Das Expertengremium der Flavor and Extract Manufacturers Association (FEMA) prüft natürliche Aromen auf ihre Sicherheit und verleiht denjenigen, die als harmlos gelten, den Status „Generally Recognised as Safe“ (GRAS). Die FDA verlangt keine weitere Zulassung für GRAS-Aromen. Obwohl Organisationen wie die Environmental Working Group (EWG) keine unmittelbaren Gefahren identifiziert haben, räumen sie ein, dass Sicherheitsbewertungen nicht so gründlich sind, wie sie sein sollten. Die FEMA verteidigt ihr Verfahren und erklärt, dass alle von der GRAS zugelassenen Inhaltsstoffe und ihre Sicherheitsdaten in der FEMA Flavour Ingredient Library verfügbar seien.

Das Fazit

Natürliche Aromen sind nicht von Natur aus unsicher, aber die mangelnde Transparenz der Branche und die Möglichkeit versteckter Zusatzstoffe geben Anlass zu berechtigten Bedenken. Bis eine gründlichere Forschung durchgeführt wird, besteht die beste Strategie darin, vollwertigen, unverarbeiteten Lebensmitteln Vorrang einzuräumen. Wenn Sie Bedenken hinsichtlich natürlicher Aromen haben, lesen Sie die Etiketten sorgfältig durch, entscheiden Sie sich nach Möglichkeit für Bio-Produkte und seien Sie skeptisch gegenüber Marketingaussagen.

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