Wie Sigmund Freuds unbewiesene Theorien die moderne Psychologie prägten

6

Sigmund Freud starb 1939. Er hinterließ ein Erbe, das zu gleichen Teilen Grundlage und Fiktion ist. Sie kennen wahrscheinlich den Namen. Sie assoziieren es wahrscheinlich mit Sofas, interpretierenden Träumen und einer Faszination für das Unbewusste. Aber der Mann, der die Psychoanalyse erfand, war weitaus umstrittener, als die Karikatur der Popkultur vermuten lässt. Seine Arbeit eröffnete ein Feld. Es hat es auch jahrzehntelang zum Stillstand gebracht.

Freud beobachtete nicht nur menschliches Verhalten. Er erstellte eine detaillierte Karte der Psyche. Obwohl diese Karte von der modernen Wissenschaft weitgehend verworfen wurde, veränderte sie die Art und Weise, wie wir über uns selbst sprechen. Wir verwenden immer noch seinen Wortschatz. Wir kämpfen immer noch mit seinen Konzepten. Seine Wirkung zu ignorieren ist unmöglich. Es ist wichtig, seine Fehler zu verstehen.

Die Struktur des Geistes

Freuds Hauptbeitrag war nicht nur die Therapie. Es war eine Theorie der Persönlichkeit. Er teilte den menschlichen Geist in drei Teile. Die ID. Das Ego. Das Über-Ich.

Das Es ist die Urkraft. Es will sofortige Befriedigung. Hunger. Sex. Aggression. Es kümmert sich nicht um Regeln. Es kümmert sich nicht um morgen. Es will jetzt nur noch Erleichterung. Das Ego ist der Vermittler. Es operiert mit der Realität. Es versucht, die Wünsche des Es auf sozialverträgliche Weise zu befriedigen. Das Über-Ich ist der moralische Kompass. Es verinnerlicht gesellschaftliche Regeln. Es urteilt. Es löst Schuldgefühle aus.

„Das Es, das Ego und das Über-Ich sind keine getrennten Einheiten mit Grenzen, sondern vielmehr Regionen der Psyche, die kontinuierlich interagieren.“ — Sigmund Freud

Dieses Modell war intuitiv. Es fühlte sich wahr an. In dieser Triade erkannten die Menschen ihre eigenen inneren Konflikte. Es gab abstrakten Gefühlen Gestalt. Aber es basierte auf Fallstudien. Keine Experimente. Keine Daten. Nur eine kleine Gruppe wohlhabender Wiener Patienten. Die Stichprobengröße war winzig. Die Voreingenommenheit war massiv.

Traumdeutung und das Unbewusste

Freud glaubte, Träume seien der „Königsweg zum Unbewussten“. Er argumentierte, dass Träume verdeckte Erfüllung unterdrückter Wünsche enthielten. Die meisten dieser Wünsche waren sexueller oder aggressiver Natur. Er verbrachte Jahre damit, ein System zu entwickeln, um sie zu entschlüsseln.

Den expliziten Inhalt eines Traumes nannte er den manifesten Inhalt. Die verborgene Bedeutung war der latente Inhalt. Um Träume zu interpretieren, musste diese latente Bedeutung aufgedeckt werden. Er verwendete Techniken wie die freie Assoziation. Die Patienten sagten, was ihnen in den Sinn kam. Freud würde dann die Zusammenhänge analysieren.

Die moderne Neurowissenschaft hat diesen spezifischen Ansatz weitgehend entlarvt. Träume gelten heute als Nebenprodukt der Gehirnaktivität während des Schlafs. Sie helfen, Emotionen zu verarbeiten. Sie festigen das Gedächtnis. Sie enthalten nicht unbedingt geheime Botschaften aus dem Unterbewusstsein. Die Vorstellung, dass jeder Versprecher ein verdrängtes Trauma offenbart? Das wird nicht durch Beweise gestützt. Noch. Die kulturelle Wirkung bleibt bestehen. Wir sprechen immer noch von „freudschen Ausrutschern“.

Psychosexuelle Entwicklung

Freud schlug vor, dass sich die Persönlichkeit in fünf Phasen entwickelt. Oral. Anal. Phallisch. Latenz. Genital. Jede Stufe konzentriert sich auf eine andere erogene Zone. Eine Fixierung in jedem Stadium könnte zu Persönlichkeitsmerkmalen eines Erwachsenen führen. Beispielsweise kann eine Fixierung im Analbereich zu zwanghafter Sauberkeit oder Sturheit führen.

Diese Theorie wird heute vielfach kritisiert. Es ist stark geschlechtsspezifisch. Es basiert auf Konzepten, die empirisch schwer zu überprüfen sind. Der Ödipuskomplex – das Verlangen eines Jungen nach seiner Mutter und die Rivalität mit seinem Vater