Jan Evangelista Purkinje wurde am 17. Dezember 1787 in Libochovice, Böhmen, geboren. Er starb am 28. Juli 1869 in Prag. Der tschechische Pionier studierte nicht nur das Leben. Er trug dazu bei, das moderne Verständnis davon aufzubauen. Seine Arbeiten in der Histologie, Embryologie und Pharmakologie veränderten die Art und Weise, wie wir das Auge, das Gehirn, das Herz und sogar die Zelle selbst sehen.
Er erwarb 1819 seinen medizinischen Abschluss an der Universität Prag. Später war er dort von 1850 bis zu seinem Tod Professor für Physiologie. Doch sein Ruhm begann schon früher. Er entdeckte eine visuelle Eigenart, die heute als Purkinje-Effekt bekannt ist.
Der Purkinje-Effekt beschreibt, wie rote Objekte mit abnehmender Lichtintensität schneller zu verblassen scheinen als blaue Objekte gleicher Helligkeit.
Diese Studie über das menschliche Sehen erregte die Aufmerksamkeit von J.W. von Goethe. Der deutsche Dichter freundete sich mit Purkinje an, der damals Student in Böhmen war. Goethe hat wahrscheinlich dazu beigetragen, Purkinje von 1823 bis 1850 einen Lehrstuhl für Physiologie und Pathologie an der Universität Breslau, Preußen, zu sichern.
Aufbau des ersten Physiologielabors
Breslau wurde zu einem Zentrum für wissenschaftliche Präzision. Purkinje gründete 1839 die weltweit erste unabhängige Abteilung für Physiologie. Anschließend gründete er 1842 das erste offizielle physiologische Labor, das Physiologische Institut. Er war ein Begründer der Laborausbildung, die mit der universitären Lehre in Deutschland verbunden war.
Seine Entdeckungen waren präzise und nachhaltig. 1837 identifizierte er große Nervenzellen mit verzweigten Ausläufern im Kleinhirn. Wissenschaftler nennen sie immer noch Purkinje-Zellen. Zwei Jahre später entdeckte er das faserige Gewebe, das den Schrittmacherreiz durch die Herzkammern leitet. Dabei handelt es sich um Purkinje-Fasern.
Er führte auch den Begriff Protoplasma ein, um die Substanz junger tierischer Embryonen zu beschreiben. Es blieb hängen.
Innovationen in Mikroskopie und Toxikologie
Purkinje war sowohl ein Werkzeugmacher als auch ein Denker. Er war der erste, der das Mikrotom zum Schneiden dünner Gewebeschnitte einsetzte. Er leistete auch Pionierarbeit bei der Verwendung von Eisessig, Kaliumbichromat und Kanadabalsam bei der Gewebepräparation. Diese Methoden ermöglichten eine klarere mikroskopische Untersuchung.
Auch seine Arbeiten in der Toxikologie waren ihrer Zeit voraus. Im Jahr 1829 dokumentierte er experimentell die Wirkung von Kampfer, Opium, Belladonna und Terpentin auf den Menschen. Er zeichnete die Sehstörungen auf, die durch Vergiftungen mit Digitalis und Belladonna verursacht wurden.
Alltägliche Entdeckungen
Viele von Purkinjes Erkenntnissen sind so häufig, dass wir vergessen, dass sie einst unbekannt waren.
- 1833 entdeckte er die Schweißdrüsen der Haut.
- Im Jahr 1836 bemerkte er die proteinverdauende Wirkung von Pankreasextrakten.
- Im Jahr 1825 beschrieb er die Keimbläschen oder den Kern der unreifen Eizelle. Dieses Bauwerk trägt heute seinen Namen.
Am faszinierendsten ist vielleicht, dass Purkinje 1823 Fingerabdrücke als Identifikationsmittel erkannte. Das war Jahrzehnte, bevor die Kriminaltechnik sie zu einem Standardwerkzeug machte.
Warum seine Arbeit heute wichtig ist
Wir verlassen uns täglich auf seine grundlegenden Beobachtungen. Wenn Sie in der Abenddämmerung sehen, wie ein blaues Schild vor einem roten verschwindet, erleben Sie seine Entdeckung. Wenn Ärzte den Herzrhythmus untersuchen, verfolgen sie den Verlauf der von ihm kartierten Fasern. Die Zellen in Ihrem Kleinhirn, die sensorische Eingaben verarbeiten, tragen seinen Namen.
Purkinje beobachtete nicht nur. Er baute die Infrastruktur zur Beobachtung auf. Das von ihm geschaffene Labor wurde zum Vorbild. Der
























